Waldtage in unseren Kinderhäusern
Frische Luft, rote Backen, matschige Hosen und leuchtende Augen – Unsere regelmässigen Waldtage sind für viele Kinder ein absolutes Highlight. Doch was passiert eigentlich, wenn wir mit unserer Kindergruppe in den Wald gehen? Und warum sind Naturtage so wertvoll für die Entwicklung von Kindern?
Unsere Wald-Expertin gibt Einblicke in ihre Erfahrungen und erklärt, warum der Wald weit mehr ist als nur ein Ausflugsort.
Zufriedenheit, gemeinsames Erleben und Abwechslung
„Für mich bedeutet dies Freiheit“, erzählt unsere Fachperson. „Es ist sehr ausgeglichen und erholsam mit den Kindern im Wald zu sein, da sie selbst zufrieden sind und sich so bewegen können, wie sie es gerade brauchen.“
Die Natur schenkt nicht nur den Kindern Ruhe und Ausgleich, auch für die pädagogische Arbeit entsteht eine besondere Atmosphäre. Die Abwechslung vom Kita-Alltag, die frische Luft und das gemeinsame Erleben schaffen Zufriedenheit auf allen Seiten.
Wie erleben Kinder einen Waldtag?
Kinder sind im Wald voller Tatendrang. Sie freuen sich auf die Natur und darauf, den ganzen Tag draussen zu sein. Draussen zeigen sie ein anderes Verhalten als in Innenräumen:
- Sie sind ausgeglichener.
- Es gibt weniger Streitigkeiten.
- Sie spielen kreativer und freier.
- Gruppenkonstellationen verändern sich.
„Streitereien über Spielsachen gibt es im Wald sehr selten“, erklärt unsere Wald-Expertin. „Es gibt genügend Stöcke, Moose oder andere Materialien.“ Die Kinder bauen ihre Spielsachen selbst und geben ihnen ihre persönliche Note.
Während drinnen oft in kleineren Gruppen gespielt wird, entstehen draussen grosse Gemeinschaftsspiele. Der Wald verbindet.

Rituale, die Sicherheit geben
Ein gelungener Naturtag beginnt mit einem festen Ritual:
Alle Kinder setzen sich auf ihre Holzrugel um die Feuerstelle. Gemeinsam werden die Regeln besprochen. Die Kinder zeigen stolz, wie gut sie diese bereits kennen.
Auch das gemeinsame Kochen über dem Feuer gehört dazu. Die Kinder erleben hautnah:
- wie man ein Feuer macht
- was passiert, wenn Nudeln zu lange kochen
- wie Saucen zubereitet werden
Lernen geschieht hier durch echtes Erleben, nicht durch Erklären.
Ein besonders berührendes Ritual ist das Einschlafen im Wald:
Die Kinder liegen nebeneinander, werden in warme Decken eingepackt, und eine kurze Gute-Nacht-Geschichte rundet den Tag ab.
Naturpädagogik bedeutet Respekt
Im Wald lernen Kinder spielerisch den respektvollen Umgang mit der Natur. Nicht durch Verbote, sondern durch Vorbilder.
„Wir zeigen den Kindern, wie man Schnecken vorsichtig vom Weg an den Rand legt“, erzählt unsere Fachperson. Wird Abfall entdeckt, wird gemeinsam erklärt, warum dieser nicht auf den Boden gehört.
So wird Nachhaltigkeit selbstverständlich – nicht belehrend, sondern erlebbar.
Was Kinder im Wald lernen und was man nicht sofort sieht
Die Zeit im Wald stärkt Fähigkeiten, die oft unterschätzt werden:
- Selbstvertrauen („Sie trauen sich mehr zu als drinnen.“)
- Durchhaltevermögen (auch bei Regen)
- Kreativität mit natürlichen Materialien
- Problemlösungskompetenz
- Gemeinschaftssinn
- praktische Fähigkeiten wie Feuer machen oder Holz bearbeiten
Kinder werden eins mit der Natur. Sie lernen, mit dem auszukommen, was vorhanden ist – und daraus Neues zu erschaffen.
Und wenn es regnet?
„Grundsätzlich gibt es kein schlechtes Wetter“, sagt unsere Wald-Expertin.
Mit der richtigen Kleidung stört Regen die Kinder kaum. Im Gegenteil: Regenwürmer und Schnecken kommen aus ihren Verstecken und eröffnen neue Lernmomente.
Nur bei starkem Wind oder Sicherheitsbedenken wird der Waldtag angepasst. Dann gestalten wir kreative Naturprogramme in und um unsere Kita-Räumlichkeiten.
Wann ist ein Waldtag gelungen?
„Wenn die Kinder am Nachmittag mit verdreckten Kleidern und roten Backen zurückkommen und erzählen, wie cool der Waldtag war.“
Oder wenn das Funkeln in ihren Augen sichtbar wird, während sie um das Feuer sitzen und Geschichten hören.
Ein gelungener Waldtag bedeutet: echte Erfahrungen, echte Emotionen, echtes Lernen.

